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Author Topic: EIN EURO PFANDGEBÜHR PRO PLASTIKTÜTE!  (Read 2159 times)

Borodor

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EIN EURO PFANDGEBÜHR PRO PLASTIKTÜTE!
« on: February 05, 2013, 12:09:20 PM »

Lindsey Hoshaw berichtet seit Herbst 2009 in ihrem Blog über die Verschmutzung der Meere mit Plastik: http://lindseyhoshaw.wordpress.com/

Was alles ins Meer gespült oder geworfen wird, ist "einfach alles", von Fußmatten und Autorädern über komplette Container bis zu astronomischen Zahlen von Plastiktüten, -flaschen und -bechern.

[*quote*]


http://lindseyhoshaw.files.wordpress.com/2012/07/lindseylowres-3.jpg?w=600

It was one of the most unrecognizable pieces of debris I’d ever seen. From broken toilet seats to bottle cap fragments I’ve seen some pretty degraded pieces of trash in the Pacific, but this layered mat of plant fiber, plastic and foam didn’t resemble anything I recognized.

A woven layer of rush—a waterside plant with stem-like leaves—was topped with a mint green chunk of foam. The foam was covered by another piece of woven rush and held together by a layer of thin blue plastic, no thicker than a grocery bag.

Marcus sent an email to his Japanese contacts asking about the chunk of debris. Within two days, he received an email from Kana Jones of Dance for Oceans saying it’s a type of Japanese flooring called a tatami mat.

Traditional tatami mats have compressed straw inside but modern mats have polyethelene foam sandwiched between woven rush sheets. It was unbelievable to look at this frayed piece of fiber and plastic and realize that it was once inside someone’s home before it was ripped away by the tsunami.
[*/quote*]


Dieses Plastik tötet. Es tötet Fische. Es tötet Säugetiere wie Robben und Bären. Es tötet Vögel. Vögel ganz besonders. Die verhungern mit vollem Magen. Der Magen ist so voll mit verknoteten und verklumpten Plastikteilen, daß keine Nahrung mehr hinein kann. Die Plastikknäuel aus ihren Magen sind verklumpt und gehen deswegen nicht auf natürliche Weise wie Gewölle raus.

Die Tiere gehen elend zugrunde.

Dieses Plastik tötet. Das ist bekannt. Trotzdem werden zum Beispiel in Deutschland jedes Jahr 5,3 Milliarden Plastiktüten in den Supermärkten umgesetzt. Wobei das bloß die für die Nahrungsmittel sind. Hundekottüten sind nicht mit eingerechnet. Auch die vielen Milliarden Flaschen und Becher sind nicht mit eingerechnet. Nein, es sind bloß die Einkaufstüten.

Bei Kunststoffflaschen wurde Pfand eingeführt. Warum nicht endlich 1 Euro Pfand für eine Plastiktüte? Klingt absurd? Von wegen!

In Indien und Afrika gibt es auf den Müllplatzen der Städte Menschen, die vom Sammeln von Plastiktüten leben. Die Tüten werden gesammelt, gewaschen, gebügelt und aufeinander gepreßt. Die Plastikstücke werden dann ausgeschnitten und zu Modetaschen zusammengenäht. Mode vom Müllhaufen. Das ist nicht der "Chic" der Lumpensammler. Nein, DIE können sich das nicht leisten. Nein, gutsituierte Bürger, wohlhabend, guter Beruf, gutes Einkommen, immer chic drauf, leisten sich solchen Luxus.

Ist das nicht eine verrückte Welt?

Ein Schnappschuß aus Indien:



http://www.conserveindia.org/images/inline-ragpickers.jpg
http://www.conserveindia.org/

Zitat:

http://www.conserveindia.org/news-campaign.html

[*quote*]
Campaign News - Recognition for Ragpickers

Despite their vital work managing and recycling 20% of the city's waste, Delhi's 150,000 ragpickers are not recognised as being legitimately self-employed.  Conserve India is calling for a an official register of Ragpickers in an attempt to give them the respect that their difficult work deserves.
[*/quote*]

150.000 Menschen. Das sind anderthalb deutsche Großstädte. Jeder dieser 150.000 Menschen stochert Tag für Tag im Müll, um sich davon zu ernähren. Und das ist nur für die Megastadt Delhi.


In Deutschland wird nicht gestochert. In Deutschland wird weggeschmissen, in den Bach gekippt und ins Meer geschleust. "Weg mit!" ist die Devise. "Wir haben's ja!"

Heute kommt mal wieder eine dieser Pressemitteilungen rein: Deutschland will Besserung. Auf dem Papier macht sich das immer gut.

[*quote*]
"DUH Presse" <presse[ett]duh.de>
Tuesday, February 5, 2013

Pressemitteilung

Nach Aufruf der Deutschen Umwelthilfe: Politiker sagen Nein zu Einwegplastiktüten

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fordert Abgabe von 22 Cent pro Plastiktüte
 
Berlin, 5.2.2013: Führende Umweltexperten und Politiker sind sich einig: Plastiktüten schaden unserer Umwelt und verschwenden wertvolle Ressourcen. Aus diesem Grund unterstützen Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der Präsident des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth, der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Cem Özdemir sowie viele andere die Kampagne der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) "Einwegplastik kommt nicht in die Tüte". Ziel des Projekts ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher über die Vorteile von Mehrwegtragetaschen beim Klima- und Ressourcenschutz zu informieren und sie zum Verzicht auf unnötige Einweg-Plastiktüten zu bewegen.

"Die breite Unterstützung zeigt, dass Politiker und Experten den Verbrauch von jährlich 5,3 Milliarden Plastiktüten in Deutschland als großes Problem wahrnehmen und sie macht deutlich, wie groß der Wunsch ist, den mit Kunststofftüten gepflasterten Irrweg endlich zu verlassen", erklärt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die DUH hatte Politikerinnen und Politiker gebeten, mit eigenen Statements ein Zeichen für die Nutzung wiederverwendbarer Tragetaschen zu setzen. Die Zitate veröffentlicht die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation auf ihrer Kampagnenwebseite.

"So lange weite Teile des Einzelhandels Plastiktüten kostenlos herausgeben, untergraben sie die Bemühungen, Verbraucherinnen und Verbraucher zur umweltfreundlichen Wahl einer Tragetasche zu bewegen", kritisiert der DUH-Projektmanager für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. Plastiktüten sind als günstiges Werbeinstrument bei Unternehmen beliebt, weshalb diese daran interessiert sind, möglichst viele der Kunststofftüten in Umlauf zu bringen. Neben Informationskampagnen sind aus diesem Grund auch politische Maßnahmen notwendig, um den Plastiktütenverbrauch in Deutschland tatsächlich zu verringern.

Die DUH macht sich für die Einführung einer Abgabe in Höhe von 22 Cent auf jede an Endverbraucher herausgegebene Plastiktüten stark. Weil die Umweltschutzorganisation die Einführung einer bundesweiten Plastiktütenabgabe der derzeitigen schwarz-gelben Bundesregierung nicht zutraut, fordert sie die Bundesländer direkt zum Handeln auf.

Auf Länderebene und in dicht besiedelten Städten wie Berlin, wo der Plastiktütenverbrauch besonders hoch ist, könnten zusätzliche 22 Cent pro Tüte schnelle Reduktionserfolge erzielen und als Leuchtturmprojekt weitere Argumente für eine bundesweite Abgabe liefern. 
 
Die Statements der beteiligten Experten und Politiker sowie ein ausführliches Hintergrundpapier zum Thema Plastiktüten finden Sie im Internet unter
http://www.kommtnichtindietuete.de/

Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch[/ett]duh.de

Thomas Fischer, Projektmanager Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer[ett]duh.de

Daniel Eckold, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold[ett]duh.de
[*/quote*]

Keine lächerlichen 22 Cent! EINEN EURO PFAND! Und DAS bitte RÜCKWIRKEND! Dann wollen wir doch mal sehen, wie schnell unsere Parks und Teiche freigeputzt sind von den verfluchten tiermordenden Wohlstandssymbolen unserer Freßgesellschaft.

EIN EURO PFAND PRO TÜTE! Und keinen Cent weniger!


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Bitte vormerken: auf Yoghurtbecher ZWEI Euro Pfand!


[graue Lehrerhaare inklusive,bei so viel Tippfehlern! ET]
« Last Edit: February 05, 2013, 02:11:39 PM by el_Typo »
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el_Typo

  • Boltbender
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Re: EIN EURO PFANDGEBÜHR PRO PLASTIKTÜTE!
« Reply #1 on: February 05, 2013, 02:16:41 PM »

Bericht aus Indien über einen der Hersteller der Edelklamotten aus Ekelgarbage:

[*quote*]
Trashy Fashion From India

Plastic bags are a plague. They can be found in just about every corner of the planet - in fields, trees, rivers, oceans and even in the stomachs of birds and sea creatures around the globe.

They don’t biodegrade in landfills and almost every piece of plastic ever made is still in existence today.

Enter Anita Ahuja, founder and president of Conserve, based in India. Anita has come up with a way to upcycle the plastic bags plaguing her region and also help numerous people find gainful employment. The result is Conserve’s stunning range of bags made from recycled plastic. We caught up with Anita to ask her a few questions about her fashionable eco-bags and her amazing enterprise.
[*quote*]

mehr:
http://www.greenmuze.com/green-your/fashion/1102-trashy-trends-from-india.html
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Grammatik ist für Anfänger!
(Solidargemeinschaft frei lebender Buchstaben)

RubyCat

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Re: EIN EURO PFANDGEBÜHR PRO PLASTIKTÜTE!
« Reply #2 on: April 26, 2013, 04:19:14 PM »

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Armut tötet!
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Zoran

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Das Meer ist kaputt!- The ocean is broken!
« Reply #3 on: October 22, 2013, 05:20:33 PM »

Die Netzfrauen http://www.netzfrauen.org haben uns freundlicherweise die übernahme dieses Artikels erlaubt.

Weil es zwei Themen sind, Fukushima und Meeresverschmutzung, wird er in beide Themen gestellt.

http://netzfrauen.org/2013/10/20/update-fukushima-kalifornien-erhoehte-strahlenwerte-meer-ist-kaputt-the-ocean-is-broken/
[*quote*]
netzfrauen

20. Oktober 2013

Update Fukushima: Kalifornien – erhöhte Strahlenwerte – Das Meer ist kaputt!- The ocean is broken!
Fuku3
Anstelle des fehlenden Lebens –  Müll in erstaunlichen Mengen. This nuclear crisis is not over. Fukushima Raging Radiation 6,500X More!

The birds were missing because the fish were missing.

The ocean is broken: “In meinem Leben habe ich viele Kilometer auf dem Meer zurück gelegt und dabei Schildkröten, Delphine, Haie und große Schwärme fischender Vögel gesehen. Aber dieses Mal habe ich auf einer 3000 nautische Meilen langen Fahrt nichts Lebendiges zu sehen bekommen“. Anstelle des fehlenden Lebens aber Müll in erstaunlichen Mengen.

Kalifornien meldet wieder erhöhte Strahlenwerte.

Am 19.Oktober bewegen sich zwei Tropenstürme (derzeit Klassifizierung Taifun!) auf Japan zu.

Möglicherweise getragen durch den Jet-Sog lagert sie sich in der durch die besondere geographische Lage des San Joaquin Valley ab. Stufe 4 in Sacramento, San Jose, San Francisco und Fresno-mit einer Höhe von 523 CPM ß-Strahlung. Viele Menschen klagen über Atembeschwerden. Das Tal hat ein massives Problem mit schlechter Luft und liegt stets in “Konkurrenz” mit Los Angelees, das berühmt ist für seine Luftverschmutzung.

Vor Kaliforniens Küste sind Fische an der Oberfläche gesichtet worden, die normalerweise Tiefsee-Bewohner sind.Diese Riemenfische – so sagt eine japanische Legende – würden zur Oberfläche kommen, um die Menschen vor Erdbeben zu warnen. Und das haben sie tatsächlich vor dem schweren Erdbeben, dem der Tsunami folgte, auch getan.

Am 17. Oktober trifft Paul Gunter von Beyond Nucelar auf Thom Hartmann und erzählt im Studio über den Zustand vom Reaktor 4, der vor dem Kollaps steht. Zum zeitpunkt des Erdbebens und Tsunamis im März 2011 war man eben dabei, die Brennstäbe zu tauschen. Das heißt, es lagern die abgebrannten und die neuen Brennstäbe im Reaktor. Insgesamt 1300. Dieses Gewicht zusammen mit dem Gewicht des Wassers (Brennstäbe müssen ja ständig gekühlt werden) lässt den vom Tsunami ausgespülten Untergrund weiter in Richtung Meer absinken, so dass Gefahr besteht, dass er ins Meer abrutscht.

Die Amerikaner selbst haben nicht nur eine überhöhte Strahlung sondern auch Behörden, die nicht schnell genug reagieren. Es wurde nun zwar ein Importverbot für Fische und Meeresfrüchte aus Japan verhängt, aber es werden weiterhin Lebensmittel aus Japan, auch aus der Präfektur Fukushima nach Amerika exportiert.
Und dann ist auch noch der Regen, der meist aus der Richtung Japans nach Amerika kommt.

Wie von Harvey Wassermann angeregt, nimmt die japanische Regierung jetzt doch Hilfe von ausländischen Experten an.

Die Japan Times berichtet am 19. Oktober 2013, dass Mitte November die Bergung der Brennstäbe beginnen soll. Dafür hat Tepco einen mobilen 273 t Kran über dem Gebäude errichten lassen der ferngesteuert bedient wird. Unter normalen Umständen würde dies etwa drei Monate dauern. Tepco will aber bis zum Jahresende damit fertig sein.

TEPCOs erbärmliches Versagen beim Wasser: TEPCO pumpt Grundwasser herauf und hat ein Wasser stoppendes Medium in den Boden in der Nähe der Anlage injiziert, um den Fluss des radioaktiven Grundwassers ins Meer einzudämmen. Trotz dieser Bemühungen ist Cäsium-137 in Meerwasser-Proben zwischen der Wasser-Aufnahme für die Reaktoren 1 und 2 innerhalb des Hafens auf rund 100 Becquerel pro Liter gestiegen. Die Werte lagen bisher stets bei rund 10 Becquerel zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Radioaktives Wasser aus den beschädigten Reaktoren dürfte direkt aus den Reaktoren ins Meer laufen und sich nicht mit dem sauberen Grundwasser mischen auf dem Weg ins Meer, mutmaßte Toyoshi Fuketa, ein Sprecher der NRA.

Das Industrie-Ministerium arbeitet mit Nachdruck an der Schaffung der Möglichkeit eines Endlagers für die radioaktiven Überreste. Man sucht einen Ort, an dem ein solches Lager gebaut werden kann. Bis jetzt hat aber noch keine japanische Gemeinde eine solche Zusage erteilt.

Vladimir Kovbasyuk, ein russischer Hydrometeorologe, meint: „Wir haben vor einigen Jahren, nach dem Erdbeben und Tsunami, welche das Kernkraftwerk Fukushima trafen, die Probleme analysiert. Zuerst wird radioaktives Wasser an die Westküste Nordamerikas driften und erst dann nach Vermischung mit anderen Ozeanströmen können sie an der russischen Küste ankommen. Wir führen laufend Messungen der Strahlungswerte durch, konnten bisher aber keine übermäßigen Werte feststellen.“

Wissenschaftler der National Oceanic and Atmospheric Administration’s (NOAA) Pacific Marine Environmental Laboratory und vom GEOMAR Research Center for Marine Geosciences befürchten, daß die Strahlung, die durch das Meerwasser transportiert wird, an der Westküste der USA 10 mal höher sein könnte, als in Japan.

Nach einer Studie könnte nach Ablauf einer 10Jahresfrist das Wasser über den gesamten Pazifik fast homogen werden, mit höheren Werten im Osten entlang der gesamten amerikanischen Küste mit einem Höchstwert (~1 × 10−4) vor Baja California. Zu einem ähnlichen Ergebnisse kommen Spitzen-Forscher aus China.

Kei Takahashi, ein ehemaligen Fukushima Daiichi-Arbeiter fürchtet: “Wenn es aufgrund von einem starken Erdbeben zusammenbricht, werden wir Menschen nicht in der Lage sein, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Diese Möglichkeit macht mir Angst. Die Arbeitsumgebung ist das Schlimmste, was die du dir vorstellen kannst. Es ist hochgradig kontaminiert und die Gebäude sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Radioaktivität ist hoch.”
Vom Fukushima Diary erfahren wir folgende Neuigkeiten:

Alle β- und Tritium-Werte im Grundwasser wuchsen sprunghaft an nach dem Taifun in der Nähe des Tanks, aus dem erneut 300m³ ausflossen. Alle β-Werte waren am 15. noch 90.000 Bq/m³, am 17. jedoch 400.000.000 Bq/m³. Auch die Tritium-Dichte erhöhte sich von 260.000.000 am 15.10. auf 790,000,000 Bq/m³ am 17.10.2013. Beide Messwerte sind die höchsten jemals bekannt gegeben.

Die β (auch Strontium-90)-Dichte des Abflusses erhöht sich auch bei der Mündung ins Meer. Dieser Abfluß befindet sich außerhalb des Kraftwerk-Hafens, so dass die Verseuchung direkt in den Pazifik mündet. Lt. Tepcos Daten war die nachweisbare Kontamination niedriger vor dem Taifun.

Am 15.10: 19.000 Bq/m3 und nach dem Taifun am 17.10: 1.800.000 Bq/m3. Dieser Wert kommt von der Messstelle, die dem Abfluß am nächsten liegt aber Tepco behauptet trotzdem dass die ß-Dichte niedriger war, als die im Meer gemessene.

Die Firma Yamamoto stellt neuerdings strahlungssichere Unterwäsche und Ganzkörper-Wasseranzüge her. Nicht ganz bequem mit fast 4 kg Gewicht, dafür halten Sie aber angeblich alle ß-Strahlen von den Fortpflanzungsorganen ab. Diese Bleianzüge sollen helfen, die Reaktor-Lecks zu schließen, aus denen unkontrolliert radioaktives Wasser ins Meer strömt.

Ob die betreffenden Arbeiter tatsächlich damit ausgestattet werden, bleibt zu hoffen.

Iori Mochizuki, der Verfasser des Fukushima Diary, von dem wir immer unsere Neuigkeiten beziehen, hofft, so viele Spenden über seine Seite aufbringen zu können, dass er einen solchen Anzug kaufen kann.

This nuclear crisis is not over.

Fukushima Raging Radiation 6,500X More!

 Das Meer ist kaputt! The ocean is broken

 

Orginal: http://www.theherald.com.au/story/1848433/the-ocean-is-broken/?cs=12

Es war die Stille, die diese Reise anders machte im Vergleich zu allen anderen zuvor. Nicht die Abwesenheit von Tönen, um genau zu sein.Der Wind peitschte noch die Segel und pfiff in der Takelage. Die Wellen schwappten noch gegen den Fiberglas-Rumpf. Und es gab viele andere Geräusche: dumpfe Schläge und Stöße und Kratzer als das Boot gegen Trümmer stieß. Was fehlte, waren die Schreie der Seevögel, die auf allen früheren ähnlichen Fahrten das Boot umgeben hatten.

Die Vögel waren nicht da, weil die Fische fehlten.

Vor exakt 10 Jahren, als der Newcastle-Segler Ivan Macfadyen genau den gleichen Kurs von Melbourne nach Osaka segelte, war alles, was er hatte tun müssen, um einen Fisch aus dem Meer zwischen Brisbane und Japan zu fangen, eine Köder Leine auswerfen.

“Es gab nicht einen der 28 Tage auf diesem Teil der Reise, wo wir keinen großen Fisch fingen den kochten und mit Reis aßen“, erinnerte sich Macfadyen. Aber dieses Mal fingen wir auf der gesamten langen Reise nur zwei Stück. Keine Fische. Keine Vögel. Wohl kaum ein Zeichen von Leben überhaupt.

“In vergangenen Zeiten hatte ich mich an die vielen Vögel und ihr Geschrei gewöhnt“, sagte er. ”Sie folgten dem Boot, rasteten manchmal am Mast, ehe sie wieder abhoben. In großen Scharen konnten wir sie dabei beobachten, wie sie knapp über der Meeresoberfläche flogen und sich Sardinen herausholten. Aber im März und April dieses Jahres umgaben nur Stille und Trostlosigkeit unser Boot Funnel Web, als es über Wellenkämme zog. Nördlich des Äquators sahen wir auf Höhe von Neu-Guinea ein großes Fischerboot arbeiten an einem Riff in der Ferne“. ”Den ganzen Tag blieb es dort. Fuhr hin und her. Es war ein großes Schiff, wie ein Mutterschiff“, erzählte er.

Und auch während der ganzen Nacht arbeitete es bei hellem Flutlicht. Und am Morgen wurde Macfadyen von einem Crew-Mitglied geweckt, der mitteilte, von dem großen Schiff hätte ein Schnellboot abgedreht.

“Natürlich war ich besorgt. Wir waren unbewaffnet und Piraten sind eine echte Sorge in diesen Gewässern. Ich dachte, wenn diese Jungs Waffen hätten, dann wären wir in großen Schwierigkeiten”. Aber sie waren keine Piraten, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. Das Schnellboot kam an und die melanesische Besatzung offerierte Gastgeschenke: frisches und eingelegtes Obst und Marmelade in Gläsern. Und fünf große Zucker-Säcke voll mit Fisch. “Es waren gute, große Fische, die meisten ganz frisch aber einige hatten wohl schon einige Zeit in der Sonne gelegen.

“Wir haben ihnen gesagt, dass diese Menge an Fischen zu viel für uns wäre, wir sie nicht aufbrauchen könnten und auch keinen Kühlschrank hätten“. Sie zuckten mit den Schulter und meinten, wir könnten sie ja leicht über Bord hängen und so frisch halten oder einfach zurück ins Wasser werfen – das würden sie mit ihrem Zuviel auch tun.

“Sie sagten uns, dass das nur ein Bruchteil eines Tages Beifangs war. Sie wollten nur Thunfisch fangen und alles andere wäre unerwünscht. Gefangen, getötet und zurück ins Meer geworfen. Sie fuhren in dieser Bucht Tag und Nacht, jede Woche und fischten dabei alles aus dem Wasser. Alles!

Das tat Macfadyen nun bis in sein Herz weh. Das war nur ein einziges Fischerboot unter unzähligen weiteren, die jenseits des Horizontes das Gleiche taten. Kein Wunder, dass das Meer tot war. Kein Wunder, dass seine Köderleinen nichts fingen. Es gab nichts zu fangen.
Wenn das deprimierend klingt, es kam noch schlimmer.

Die nächste Etappe der langen Reise war von Osaka nach San Francisco und wurde für eine weite Strecke geprägt von der Trostlosigkeit, wie schon erfahren, manchmal gefärbt mit Ekel erregendem Horror und einem gehörigen Maß an Angst.

“Nachdem wir Japan verlassen hatten, fühlte es sich an, als ob das Meer selbst tot wäre”, sagte Macfadyen.

“Wir sahen kaum Lebewesen. Wir sahen einen Wal, der irgendwie hilflos an der Oberfläche herum rollte mit etwas, das aussah wie ein großes Tumorgeschwür auf seinem Kopf. Es war ziemlich widerlich.

“In meinem Leben habe ich viele Kilometer auf dem Meer zurück gelegt und dabei Schildkröten, Delphine, Haie und große Schwärme fischender Vögel gesehen. Aber dieses Mal habe ich auf einer 3000 nautische Meilen langen Fahrt nichts Lebendiges zu sehen bekommen“. Anstelle des fehlenden Lebens aber Müll in erstaunlichen Mengen.

“Ein Teil dieses Mülls sind die Folgen des Tsunamis, der Japan 2011 getroffen hat. Die Welle kam über das Land herein, nahm eine unglaubliche Ladung Sachen auf und trug sie ins Meer. Und dort sind sie noch die Sachen. Überall – wohin du auch schaust“. Ivans Bruder, Glenn, der in Hawaii an Bord gekommen war, um nach Amerika mit zu segeln, wunderte sich über „Tausende über Tausende“ von gelben Plastikbojen. Dazu riesige Gewirre aus Kabeln, Kunstfaserseilen, Angelleinen und Netzen. Millionen von Styropor Stücken. Und Schlieren von Öl und Benzin. Unzählige hölzerne Strommasten sind draußen, mitgerissen durch die Killer-Welle und treiben dort mitsamt ihren Drähten mitten im Meer.

“In früheren Jahren, wenn du hier vom fehlenden Wind aufgehalten wurdest, hast du deinen Motor gestartet und bist weiter gefahren“, sagt Ivan . Diesmal nicht.

“An vielen Orten konnte wir unseren Motor nicht anlassen aus Angst, die Schraube könnte sich in der Masse von Seilen und Kabeln verfangen. Das ist eine unerhörte Situation da draußen im Ozean. “Wenn wir starteten, ging das nie bei Nacht, nur tagsüber, wenn wir vom Vorschiff aus dem Müll ausweichen konnten“.

“Auf dem Vorschiff, in den Gewässern vor Hawaii, konnten wir weit in die Tiefe sehen. Ich konnte sehen, dass die Trümmer nicht nur an der Oberfläche sind, sondern auch unterhalb. Und es gibt Müll in allen Größen, von einer Plastik-Trinkflasche bis zu Autos und Lastwagen. Wir sahen einen Fabriks-Schornstein aus dem Wasser ragen, mit irgendeiner Art von Kessel-Anhang unter dem Wasserspiegel baumelnd. Es gab einen riesigen Container, der auf den Wellen schaukelte“.

“Wir haben alle diese Trümmer umrundet. Es war, als würden wir durch eine riesige Müllhalde segeln. Unter Deck hörten wir ununterbrochen Dinge auf dem Rumpf anschlagen und wir hatten Angst, eines davon könnte uns ein Leck verursachen. Am Ende war der Rumpf total verbeult und zerkratzt von all dem, was wir nicht sehen konnten“.

„Plastik war allgegenwärtig. Flaschen, Taschen und jede Art von Wegwerf-Gütern des Haushalts die man sich nur vorstellen kann, von zerbrochenen Stühlen bis zu Mistschaufeln, Spielsachen und Geschirr. Und noch etwas: Die lebhafte gelbe Lackierung des Bootes, nie verblasst von Sonne und Meer über viele Jahre, hat mit irgend etwas aus dem Wasser vor Japan reagiert, verlor ihren Glanz auf eine seltsame und noch nie da gewesene Weise“.

Zurück in Newcastle setzt sich Ivan Macfadyen noch immer mit dem Schock und Horror der Reise auseinander. ”Das Meer ist kaputt”, sagte er und schüttelte den Kopf – fassungslos und ungläubig.

Das Problem der Erkenntnis ist riesig, und dass keine Organisationen oder Regierung ein besonderes Interesse zu haben scheint etwas dagegen zu tun, bringt Macfayden dazu, nach Ideen zu suchen. Er plant, bei Ministern der Regierung zu lobbyieren, in der Hoffnung, dass sie helfen könnten.

Erst einmal möchte er die Organisatoren der wichtigsten australischen Regatten ansprechen dass sie sich in ein internationales System einschreiben, welches Freiwillige verpflichtet den Abfall und die Meereslebewesen zu überwachen.

Er selbst hat sich in dieses Schema schon eingetragen, während er in den Vereinigten Staaten von Amerika war, als er davon hörte, dass amerikanische Akademiker Segler aufforderten, täglich Untersuchungsbögen für Strahlungs-Werte auszufüllen- eine erhebliche Sorge im Gefolge des Reaktorunglücks von Fukushima.

“Ich fragte sie, warum verlangen wir nicht eine Flotte und beginnen, aufzuräumen? Aber sie sagten, sie hätten berechnet, dass die Umweltschäden durch Verbrennen des Treibstoffs um diesen Job zu tun schlimmer wäre, als die Trümmer zu lassen, wo sie sind”.

The ocean is broken wurde von  Netzfrau Lisa Natterer übersetzt und ebenso auch die Neuigkeiten um Fukushima zusammengetragen

Netzfrau Lisa Natterer

Weitere Informationen zu Fukushima hier:

    Veröffentlicht in: Klimawandel, Natur & Umwelt
    Schlagwort: Atomkraft, Fukushima-Daiichi, Kalifornien, Ozean, radioaktive Strahlen, Strahlenwerte

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ama

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Kalifornien verbietet Plastiktüten!
« Reply #4 on: September 30, 2014, 07:28:09 PM »

Von dem 1 Euro pro Tüte noch weit entfernt und von rückwirkend erst recht. Aber endlich ein erster Schritt, wenn auch 40 Jahre zu spät.

[*QUOTE*]
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U.S.
California Bans Single-Use Plastic Bags

By IAN LOVETT
SEPT. 30, 2014

LOS ANGELES — California has become the first state in the country to ban single-use plastic bags.

Gov. Jerry Brown on Tuesday signed into law a bill banning plastic shopping bags at supermarkets, liquor stores and other retail locations where customers have long relied on them.

Paper bags and reusable plastic bags will be available at checkout counters for a 10-cent fee designed to prod shoppers to remember their own reusable bags, and to reduce the number of plastic bags that end up clogging rivers, snagged on trees or taking up space in landfills. The law will take effect in July, though a coalition of bag makers has ...
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[*/QUOTE*]

more:
http://www.nytimes.com/2014/10/01/us/california-bans-single-use-plastic-bags.html

Krant

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Re: EIN EURO PFANDGEBÜHR PRO PLASTIKTÜTE!
« Reply #5 on: June 13, 2015, 06:24:19 AM »

Armut tötet. Und Dummheit tötet.
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Moses2

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Re: EIN EURO PFANDGEBÜHR PRO PLASTIKTÜTE!
« Reply #6 on: October 29, 2015, 05:33:05 PM »

push
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